Potentiale für Innovation und Partizipation

Der Begriff Open Creative Labs steht für offene Orte kreativer Wissensarbeit, an denen Arbeitsräume und technische Infrastrukturen flexibel und für eine begrenzte Zeit vergeben werden. Dabei weisen sie eine hohe soziale Offenheit auf und bringen Akteure bewusst so zusammen, dass kreative Arbeitsergebnisse gefördert werden. Zudem setzen diese Organisationen bereits während der Problemdefinition von Forschungs- und Entwicklungsprozessen einen besonderen Akzent auf die Einbindung von Bürgerinnen und Bürgern. Eine neu erschienene Handreichung leuchtet im Auftrag des Leibniz-Institut für raumbezogene Sozialforschung Potenziale sowie politische Gestaltungsaufgaben und Förderoptionen für Open Creative Labs aus. Im Mittelpunkt des Projekts stand die Frage, ob Labore die an sie gestellten Erwartungen, Gelegenheiten für Innovationen und zur Partizipation von Bürger/-innen an Prozessen der Forschung und Technologieentwicklung zu bieten, erfüllen können.

Das Policy Paper im Wortlaut (PDF)


 

Patientenberatung als Einfallstor für Pharmainteressen?

 

Pressemitteilung der DAG SHG zum Verkauf der UPD an das Unternehmen careforce

 

Berlin, 11.09.2018. Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland / UPD ist eine gemeinnützige Gesellschaft mit beschränkter Haftung (gGmbH). Gesellschafter dieser gGmbH ist nach einem Verkauf das Unternehmen Careforce. Nach eigenen Angaben zielt Careforce auf die Rekrutierung qualifizierter Mitarbeiter für pharmazeutische Unternehmen sowie die Führung von Mitarbeitenden bzw. kompletter Außendienstteams pharmazeutischer Unternehmen für die Marktpräsenz pharmazeutischer Produkte. 

Durch den Verkauf an Careforce sieht die DAG SHG die Unabhängigkeit der UPD als nicht mehr gegeben. Sie befürchtet zudem eine Gefährdung der Vertraulichkeit der Patientenberatung bis hin zur Schaffung einer neuen Marktpräsenz für pharmazeutische Produkte direkt bei ratsuchenden Patientinnen und Patienten.

Der Vertreter der DAG SHG im Beirat beim GKV-Spitzenverband bemängelt fehlende Transparenz über den Verkauf der aus Versichertenbeiträgen finanzierten UPD. An den GKV-Spitzenverband richtet sich die Frage nach dem Umgang mit der neuen Situation und zu seinem Konzept zur Wahrung von Neutralität und Unabhängigkeit der Verbraucher- und Patientenberatung gemäß § 65b SGB V.

Pressemitteilung der DAG SHG zum Verkauf der UPD, 11.09.2018


ZeitschriftSOZIOkultur 2-2018erschienen

Ob Kippastreit, Kopftuchverbot oder Kreuze an Schulen - religiöser Fundamentalismus bestimmt immer wieder die öffentliche Debatte. Dem gegenüber steht der Alltag in soziokulturellen Zentren. Sie arbeiten mit vielen zivilgesellschaftlichen Organisationen - auch mit religiösen Gemeinschaften - auf Augenhöhe zusammen. Gegenseitige Anerkennung und Respekt tragen dazu bei, dass Ängste und Vorurteile abgebaut werden können. Die aktuelle Ausgabe der SOZIOkultur zeigt auf, wie ein konstruktives Miteinander gelingt.

Sich mit unterschiedlich Gläubigen zu verständigen war die Idee der Tanz- und Theaterwerkstatt Ludwigsburg zum Lutherjahr. Mit dem Projekt „Urban Prayers“ konnte sie verschiedene religiöse Gemeinschaften einbeziehen und nachhaltige Wirkungen erzielen.

Miteinander zu singen und zu musizieren war die Intention zur Gründung des TRIMUM-Chors. Christen, Juden und Muslime untersuchen ihre musikalischen Ausdrucksweisen auf Verbindendes und Trennendes und entwickeln daraus eine eigenständige und einzigartige „Musik des Trialogs“.

Gemeinsam etwas Dauerhaftes schaffen will das soziokulturelle Zentrum KuHStall e.V. in Großpösna. Schrittweise wuchs eine enge Kooperation mit der Kirchgemeinde vor Ort.

Auch die Arbeit mit Geflüchteten und Asylsuchenden gab soziokulturellen Zentren neue Impulse.
Die Geschichte jedes einzelnen zu thematisieren war Anliegen des Kulturladens Huchting in Bremen. Im Projekt „100 % mensch … 100 % huchting“ gingen 100 Menschen mit Migrationshintergrund der Frage nach, was ihnen das Gefühl gibt, angekommen zu sein.
Auf Erlebnispädagogik als Mittel der Integration setzt der Verein Drop In – Forum für interkulturelle und politische Bildung e.V. Er fördert die Partizipation von Jugendlichen in sozialen Brennpunkten und vermittelt einen konstruktiven Umgang mit religiösen Konflikten. Im Projekt „Boards, not borders“ erwerben sie gleichermaßen Fähigkeiten im Skateboardfahren sowie fundierte Deutschkenntnisse.

Denn die Zeit des Ankommens ist vorbei, resümiert Robert Hillmanns vom  zakk in Düsseldorf. Geflüchtete wünschen sich Normalität, sie wollen nicht als „Opfer“ in die Kategorie „Flucht“ eingeordnet werden. Die soziokulturellen Zentren müssen sich den sich verändernden Herausforderungen stellen. Es gelte, Teilhabe zu ermöglichen und Macht abzugeben. Dafür müsse auch die Politik die Modalitäten anpassen.

Außerdem: Die Bundesvereinigung Soziokultureller Zentren startete ein Projekt zum Thema Nachhaltig-keit in soziokulturellen Einrichtungen. Das Programm „Jugend ins Zentrum!“ geht in die zweite Förderphase. Die Hamburger Honigfabrik besuchte ihre START-Stipendiatin in Griechenland. Und: Die LAG Soziokultur Brandenburg setzte mit dem ersten POPUP-Kongress landesweit ein starkes Signal.

Das und noch mehr lesen Sie in de raktuellen SOZIOkultur. Erhältlich im Shop auf www.soziokultur.de

Hier geht´s zur Online-Version

WeitereInformationenundKontakt:
BundesvereinigungSoziokulturellerZentrene.V.
UteFürstenberg,MitarbeiterinfürÖffentlichkeitsarbeit

LehrterStr.27‐30,10557 Berlin,T 030.397 4459-3
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!" data-ce-class="Emails">ute.fuerstenberg@soziokultur.de, www.soziokultur.de



GE-News Juni 2018

Liebe Freunde des Grundeinkommens,

in diesem Monat mussten wir einige Enttäuschungen wegstecken: Trotz großem Mediengetöse stellte sich die Meldung als falsch heraus, die neue italienische Regierung wolle das Grundeinkommen einführen; auch das BGE-Experiment im Schweizer Dorf Rheinau erweist sich bei genauerem Hinsehen als eine eher merkwürdige Variante; und der Flensburger Stadtrat erhielt für sein Angebot, Austragungsort eines Versuchsprojekts zum Grundeinkommen zu sein, eine Abfuhr vom Sozialminister Schleswig-Holsteins.

Aber es gibt auch gute Nachrichten. So hat eine Umfrage der Meinungsforscher von INSA frühere Ergebnisse bestätigt, wonach eine Mehrheit der Deutschen für das Grundeinkommen ist. Und was es für uns zu tun gibt, wird auch klar: Jeder Vierte weiß noch nicht so recht, was er vom BGE halten soll.

Reimund Acker

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Bürgereinkommen statt Grundeinkommen In Italien

Trotz vieler Falschmeldungen in deutschsprachigen Medien: In Italien ist weder ein Grundeinkommen noch ein Versuch dazu geplant. Ein Beitrag von Ronald Blaschke klärt, was dazu wirklich im Regierungsvertrag steht.

Schweizer Dorf testet Grundeinkommen

Die Bewohner der Schweizer Gemeinde Rheinau können im Jahr 2019 an einem BGE-Versuch teilnehmen, bei dem jeder bedingungslos bis zu 2.500 Schweizer Franken pro Monat erhält. Die Sache hat allerdings einen Haken ...

Mehrheit in Deutschland für Grundeinkommen

In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts INSA in Deutschland spricht sich jeder zweite Befragte für die Einführung eines Grundeinkommens in Deutschland aus. Sogar SPD-Wähler sind mehrheitlich dafür.

BGE-Versuch in Flensburg abgesagt

Die Landesregierung von Schleswig-Holstein hat einem Feldversuch zum Grundeinkommen in Flensburg eine Absage erteilt. Aber vielleicht nehmen sich andere Stadt- und Gemeinderäte Flensburg als Vorbild.

Konferenz zu Grundeinkommen und Euro-Dividende am 11./12.10. in Freiburg

Mit dem Grundeinkommen und der sogenannten Euro-Dividende beschäftigt sich eine interdisziplinäre Konferenz der Uni Freiburg am 11. und 12. Oktober.

AG des Netzwerks zu BGE-Finanzierung

Mit Fragen der Finanzierung des Grundeinkommens will sich eine neu gegründete Arbeitsgruppe des Netzwerks beschäftigen. Kontaktperson der AG ist Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!" data-ce-class="Emails">Manuel Schiffler.

Termine

  • 11./12. Oktober, Freiburg: Konferenz zu Grundeinkommen & Eurodividende
  • 27./28. Oktober, Aachen: Öffentliche Tagung des Netzwerkrats

Weitere Termine – gern auch Ihre und Eure – wie immer auf unserer Website.

Zitat

Wohltätigkeit ist das Ersäufen des Rechts im Mistloch der Gnade.“
(Johann Heinrich Pestalozzi, Schweizer Schul- und Sozialreformer, Philosoph, 1746 – 1827)

Selbsthilfekontaktstellen Bayern (Hg) Renate Mitleger Lehner (Autorin): Praxisleitfaden: Datenschutz in der Selbsthilfe. Grundlagen und Umsetzung der Datenschutzverordnung (DS-GVO)
A5 / 32 Seiten

Achtung! Bestellung nur ab 5 Exemplare. Insgesamt 12,50 Euro, incl. Porto und Verpackung

Vorwort
Seit Mai 2018 gilt in der europäischen Union ein einheitliches, zum Teil neues Datenschutzrecht, das vielen Ehrenamtlichen Sorge und Kopfzerbrechen bereitet. In den Monaten um das Inkrafttreten der Datenschutz-
Grundverordnung (DS-GVO) war und ist das Thema in aller Munde. Gerade viele Selbsthilfegruppen sind mit dem Umsetzen der Anforderungen (der DS-GVO) stark gefordert, manche auch überfordert. Da es
sich hier meist um sehr sensible Daten handelt, ist der verantwortungsvolle Umgang besonders wichtig.
Doch ist für engagierte Aktive nicht ganz einfach zu erkennen, welche Maßnahmen für die jeweilige Selbsthilfegruppe durchzuführen sind und wie das Ganze praktisch angegangen werden kann.
Aus diesem Grund haben wir Rechtsanwältin Renate Mitleger-Lehner als Autorin des Buches „Recht für Selbsthilfegruppen“ gebeten, in unserem Auftrag einen Praxisleitfaden zu erstellen, der sich speziell an
Selbsthilfegruppen aus dem Gesundheits- und Sozialbereich richtet. Er erklärt alle wesentlichen Bausteine des Gesetzes und unterstützt bei der Umsetzung immer unter einem Selbsthilfe-Blickwinkel. Denn erklärtes
Ziel dieser Broschüre ist es, Sicherheit zu gewinnen und den ehrenamtlichen Selbsthilfeaktiven Mut zu machen, den Datenschutz Schritt für Schritt in ihrer Gruppe umzusetzen.
Klaus Grothe-Bortlik, Vorstand SeKo Bayern e.V  
Theresa Keidel, Geschäftsführerin  SEeKo Bayern e.V.
Elisabeth Ifland, Datenschutz-beauftragte SeKo Bayern e.V.

Inhaltsverzeichnis
I. Die Bedeutung des Datenschutzes für die Arbeit der Selbsthilfegruppen und das neue Europäische Datenschutzrecht.
II. Warum fallen Selbsthilfegruppen in den Anwendungsbereich des DS-GVO? / 1. Ausnahme / 2. Verarbeitung von Daten / 3. Personenbezogene Daten / 4. Verein oder Gesellschaft des bürgerlichen Rechts / 5. Begriff des „Betroffenen“ / 6. Fazit
III. Was muss die Gruppe beachten? / 1. Zweckbindung / 2. Transparenz / 3. Rechtsgrund: Einwilligung / 4. Der Verantwortliche / 5. Verarbeitungsverzeichnis / 6. Der Datenschutzbeauftragte / 7. TOM! Ganz einfache Maßnahmen zur Datensicherung / 8. Löschung von Daten
IV. Dürfen Fotos veröffentlicht werden? / 1. Gruppenaufnahmen / 2. Verbandstreffen oder Selbsthilfetage / 3. Druckerzeugnisse und Internet / 4. Abbildung von Kindern / 5. Inhalt und Form der Einverständniserklärung
V. Und wenn doch etwas schief gelaufen ist? / 1. Die Rechte des Betroffenen / 2 Wenn die Aufsichtsbehörde ins Spiel kommt / 3. Ordnungswidrigkeiten und Strafen
VI. Datenschutz ist machbar! Ein Resümee
Anmerkungen / Literaturhinweise

Auf der Suche nach Heimat

Fonds Soziokultur fördert mit 415.000 Euro 34 Kulturprojekte

Der Begriff „Heimat“ ist mit vielen Assoziationen verknüpft. Heimat steht für regionale Verankerung und emotionale Geborgenheit, verspricht Orientierung in einer kosmopolitischen Welt und bleibt dennoch oftmals Utopie, Wunschbild eines besseren Lebens. Entsprechend vielfältig fielen die Reaktionen auf die Projektmittelausschreibung des Fonds Soziokultur für das 2. Halbjahr 2018 zum Thema „Heimat“ aus. Dem Kuratorium des Fonds lagen Anträge zur Prüfung vor. Ausgewählt wurden schließlich 34 Modellvorhaben, die mit Beträgen bis zu 26.000 Euro unterstützt werden.

Die thematische Vielfalt der positiv beschiedenen Anträge spiegelt nicht zuletzt die Vieldeutigkeit des Heimatbegriffs wider. So kann sich die Stuttgarter Theatergruppe LOKSTOFF über die finanzielle Unterstützung ihres „Familienabends“ freuen. In idealer Ergänzung der bundesweit bekannten „Stolpersteine“ werden in ehemaligen Wohnungen von jüdischen Opfern des Holocaust Szenen aus dem Leben der Ermordeten nachgespielt. Die jetzigen Wohnungsinhaber treten dabei als Gastgeber auf, und die Zuschauer erhalten so die Gelegenheit, aus dem aktiven Erinnern ein Gespür für die historische Verantwortung der Nachgeborenen zu entwickeln.

Dass man sich Heimat erst erarbeiten muss, beweist auch die gleichnamige Künstlerinitiative aus Telgte, die für ihr „Heimat: Fest“ ebenfalls eine Förderung des Fonds Soziokultur erhält. In Wettringen werden 30 geflüchtete Künstler zusammen mit 30 EhrenamtlerInnen aus dem münsterländischen Dorf eine gemeinsame Festwoche gestalten. Bildende Künstler malen live Collagen zu Erzählungen von Einheimischen, eine Cross-Over-Band verbindet westfälische mit orientalischen Musikklängen und mehrsprachige Lesungen sowie gemischte Dorfführungen vermitteln neuartige „Heimatbilder“, von denen beide Seiten profitieren.

Eine völlig andere Sichtweise auf das Schwerpunktthema vermittelt schließlich Das Letzte Kleinod aus Schiffdorf, das die Erfahrungen geflüchteter Afghanen mit denen von zuvor in Kabul stationierten deutschen Soldaten zusammenbringt. Das „Kabul – Homeland & Hell“ betitelte Projektvorhaben lebt vom Perspektivwechsel: Was für die Einen Heimat war, symbolisierte für die Anderen die Hölle des Krieges. Und was für die Soldaten Rückkehr ins Heimatland bedeutete, war für die Geflüchteten Ankunft in einem fremden Land. Beiderlei Erfahrungen bilden die Grundlage eines Theaterstücks, das für gegenseitiges Verständnis wirbt.

„Heimat ist gegenwärtig in aller Munde“, meinte abschließend der Geschäftsführer des Fonds Soziokultur, Dr. Norbert Sievers. „Der Begriff unterliegt dabei unterschiedlichsten Vereinnahmungen: von der Deutschtümelei bis hin zur konkreten Utopie Ernst Blochs. Es kommt darauf an, der Ideologisierung des Heimatbegriffs entgegenzuarbeiten. Die Soziokultur bietet dazu reichlich Möglichkeiten, weil sie über den lebensweltlichen Bezug der Kulturarbeit den Heimatbegriff gleichsam erdet und so vom Kopf auf die Füße stellt.“

Im Herbst 2018 gibt es eine neue Chance für Aktive in der Soziokultur. Dann schreibt der Fonds die Mittel für Projekte aus, die im ersten Halbjahr 2019 beginnen oder realisiert werden. Stichtag zur Abgabe der Anträge ist der 2. November 2018.

Nähere Infos unter: ww.fonds-soziokultur.de

Bonn, 04. Juli 2018

Fonds Soziokultur

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DAS INSTITUT SOLIDARISCHE MODERNE (ISM), MEDICO INTERNATIONAL UND KRITNET FORDERN EINE KLARE POSITIONIERUNG GEGEN RASSISMUS UND WENDEN SICH GEGEN EINE POLITIK DES RESSENTIMENTS. ZAHLREICHE PERSONEN UNTERSTÜTZEN DEN AUFRUF.

Die Initiatoren setzen mit dem Aufruf ein notwendiges Zeichen gegen die zunehmende Polarisierung von rechts in den Debatten um Migration und Asyl. Sie fordern, Rassismus und Entrechtung klar beim Namen zu nennen und eine solidarische und humanitäre Position gegen den Rechtsruck zu verteidigen. Der Erziehungswissenschaftler und Publizist Prof. Dr. Micha Brumlik, die Sozialwissenschaftlerin Prof. Dr. Naika Foroutan, die Intendantin des Hamburger Theaters Kampnagel, Amelie Deuflhard, der Autor Georg Diez, die Soziologin Prof. Dr. Sabine Hark und weitere Wissenschaftler und Kulturschaffende sind Erstunterzeichner.

„Es ist gegenwärtig kaum möglich, sich zwei Wochen Zeit für eine Initiative wie die unsere zu nehmen - die Talfahrt des Rechtstaates, des Asylrechts und der  öffentlichen Debatte erreicht alle drei Tage einen nächsten Tiefpunkt", so Sabine Hess, Professorin für Kulturanthropologie in Göttingen und Mitverfasserin des  Aufrufs. „Wir sehen eine Politik auf dem Vormarsch, die auf Isolation, Ausgrenzung und Abwehr setzt und dabei Menschenrechte und demokratische Grundwerte missachtet. Der aktuelle Asylstreit zwischen CSU und CDU liegt ganz auf dieser Linie: Innenminister Seehofer fordert dabei offen zum Bruch europäischen Rechts auf im rechtspopulistischen Überbietungswettbewerb."


Stephan Lessenich, Professor für Soziologie in München, ebenfalls Mitverfasser des Aufrufs, zieht folgende Linie von den Bäcker-Aussprüchen eines Christian  Linders zur aktuellen politischen Zuspitzung: „In den letzten Jahren hat sich in weiten Teilen Europas ein politischer Rassismus breitgemacht, der die Grenzen  zwischen dem konservativen, rechten und faschistoiden Lagern zunehmend verschwimmen lässt. Der größte Erfolg der AfD war nicht ihr Einzug in den Bundestag. Ihr mit Abstand größter Erfolg ist, dass man sich in diesem Land wieder hemmungslos menschenverachtend geben und äußern kann, wie wir es in  der Stellungnahme formuliert haben."

Neben migrations- und asylpolitischen Fragen geht es im Aufruf vor allem darum, an die Willkommenskultur im langen Sommer der Migration anzuknüpfen. Dafür  raucht es aber die Konfrontation, so Mario Neumann vom ISM: „Wir erleben seit Monaten eine unerträgliche öffentliche Schmutzkampagne, einen  regelrechten Überbietungswettbewerb der Hetze gegen Geflüchtete, Migrantinnen und Migranten, aber auch gegen die solidarischen Milieus dieser Gesellschaft. Was wir brauchen ist kein Masterplan zur Migration, sondern ein Masterplan gegen Rassismus."

Dr. Ramona Lenz von medico international bekräftigt ihrerseits: „Ein großer Teil der Gesellschaft erkennt Migration als gesellschaftliche Realität an und ist  olidarisch mit Menschen auf der Flucht. Das ist nicht naiv und realitätsfremd. Die Haltung derer, die Demokratie und Menschenwürde verteidigen, muss in der öffentlichen Debatte dringend wieder hörbarer werden."

AUFRUF ONLINE: https://solidaritaet-statt-heimat.kritnet.org/

Das INSTITUT SOLIDARISCHE MODERNE (ISM) ist eine Programmwerkstatt für neue linke Politikkonzepte, die über Parteigrenzen hinweg zwischen
Politik und Wissenschaft, Zivilgesellschaft und sozialen Bewegungen agiert.

KRITNET ist ein Netzwerk für kritische Migrations- und Grenzregimeforschung, das an der Schnittstelle von interdisziplinärer, kritischer Wissenschaft und politischen Initiativen und Aktionen arbeitet.

MEDICO INTERNATIONAL ist eine Hilfs- und Menschenrechtsorganisation, die sich für die globale Verwirklichung des Menschenrechts auf Gesundheit
einsetzt und in ihrer kritischen Öffentlichkeits- und Kampagnenarbeit mit anderen Organisationen und Initiativen zusammenarbeitet.

Nicht nur in Bayern, sondern auch in vielen anderen Bundeländern sollen jetzt neue Polizeigesetzänderungen durchgeführt werden. Dass am 10. Mai so viel Menschen auf die Straße gegangen sind macht Mut. Jetzt wird es Zeit, dass der bayrische Protestfunke überspringt und sich auch in den anderen Bundesländern Massenproteste entwickeln.

Zur Münchner Demo und PAG ein Artikel in Netzpolitik:  https://tinyurl.com/ycowh5ho

Konstantin Wecker ruft zum Widerstand auf: Höchste Zeit, aufzustehen!
https://www.rubikon.news/artikel/das-ende-der-freiheit

Denke, das sollten sich alle zu Herzen nehmen.

 

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