Seit 1970 ist die AG SPAK Struktur- und Finanzierungshilfe für selbstorganisierte Initiativen und Selbsthilfegruppen.
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Die Sozialpolitische Akademie will mit Sozialpolitischen Foren, Tagungen und workshops Initiativen unterstützen, vernetzen und Bewegungen entstehen helfen.
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Durch unseren Verlag unterstützen wir neue Ideen der alternativen Sozialpolitik durch Publikationen.
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Durch Newsletter, Internet und unser Mitteilungsblatt forum:sozialpolitik berichten wir über unsere Arbeit und aus Neuen Sozialen Bewegungen
Unser Handeln ist geprägt durch
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Selbstbestimmung, Selbstorganisation und Selbsthilfe
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Stärkung von Betroffenen, Empowerment und Bewegung
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Dezentralität und Autonomie
Die AG SPAK besteht aus
- autonomen Projekten, die in verschiedenen Arbeitsbereichen tätig sind
- aus einem Initiativ-Kreis, der unregelmäßig zu Treffen zusammenkommt.
- koordiniert wird diese Arbeit über die Bundesgeschäftsstelle.
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Ein Blick zurück
Die Geschichte der AG SPAK von 1970 bis 1995 von Rolf Schwendter
Lied von der "Arbeitsgemeinschaft" Ein Gedicht von Rolf Schwendter von 1983
Die Arbeitsbereiche 1995
Rolf Schwendter: 25 Jahre AG SPAK -1995
Die AG SPAK wurde im November 1970 gegründet - ihre Basis bildeten die ehemaligen "Caritas"-Arbeitskreise der beiden konfessionellen Studentengemeinden, die sich in der Folge der außerparlamentarischen Opposition in "Sozialpolitische Arbeitskreise" (SPAK) umbenannt hatten. Eine große Rolle spielten hierbei jene über 60 SPAK, die in der Obdachlosenarbeit/Stadtteilarbeit tätig waren (meist indes über die Kinderarbeit, zum Einstieg definiert, nicht hinauskamen), etwa 40 waren in der Resozialisierung tätig, und (zunächst) 6 in der Arbeit mit Psychiatrisierten (auch ich selbst kam über den Therapeutischen Club bei der ESG München zur AG SPAK). Die in der Ausländerarbeit engagierten SPAK organisierten sich eigenständig zum "Verband die Initiativen in der Ausländerarbeit" (VIA), wenn auch im (bis heute bestehenden) Status gegenseitiger Mitgliedschaft mit der AG SPAK. Wenn auch schon früh "weltliche" Gruppen hinzugekommen waren (z.B. die IGO Köln, oder, ab Herbst 1973 die Sozialtherapie Frankfurt), blieb dies bis 1974/75 die bestimmende Struktur der AG SPAK. Zentrale Probleme dieser Jahre waren das Auf und Ab der örtlichen SPAK-Generationen, Konflikte mit der kirchlichen Hierarchie (vor allem auf der katholischen Seite), sowie - wie bei so gut wie allen parteipolitisch unabhängigen Verbänden jener Tage - endlose fraktionelle Querelen, von Maoisten bis zu RCDS-Mitgliedern (die vage Orientierung am Sozialistischen Büro, ca. 1973-1980, stellte denn auch eine Art Formelkompromiss dar).
Der Kontext zu den konfessionellen Studentengemeinden lockerte sich (bei guten Beziehungen, insbesondere auf der evangelischen Seite, bis zum heutigen Tage): äußerer Ausdruck war die fortschreitende formelle "Emanzipierung", die 1975 in einer allseits gewollten Satzungsänderung zum Ausdruck kam. (In diesem Kontext verfasste ich, auftragsgemäß, einen Perspektivenplan der AG SPAK, der 20 Jahre später immer noch einen Steinbruch bislang ungeleisteter Ansprüche und Strategien darzustellen geeignet wäre.) Klar war geworden, daß, nach innen wie nach außen, eine Erweiterung der Bereiche, Tätigkeiten, Zielgruppen erfolgen mußte. Unter anderem kam dies in der zunehmenden Orientierung an extramuralen Vereinen (und deren Gründung) ebenso zum Ausdruck, wie in neuen Projektbereichen.. Gab der Projektbereich Drogen nur ein kurzes Zwischenspiel, das mit dem Ende der (Finanzierung der) Release-Bewegung faktisch abgeschlossen war, so war die Gründung des Projektbereichs Jugendzentren 1974 außerordentlich folgenreich: Dieser, mit seiner "Wandzeitung", den Jahreszeitentreffen, den an die 50 Regionalzusammenschlüssen, die, in ihren besten Zeiten, abstrakt, an die 4000 Jugendzentren repräsentierten, sollte für über ein Jahrzehnt die bestimmende Basis im Hintergrund des Verbandes abgeben - gerade weil Letzterer keine hegemonialen Ansprüche an seine Mitglieder zu stellen pflegte. (Noch Fritz Vilmars späte "Selbsthilfegesellschaft" ist von dieser Geschichte geprägt.)
Mit 1975 begannen jene Sparjahre, die bis heute, in immer enger werdenden Jahres-Ringen, angedauert haben. Alle Treffen wurden zunehmend ärmlicher, "alternativer", dem Gegenstand also, der Selbstorganisation (oder Lobbypolitik für) arme/r Leute, optimal angepaßt. Neben den Verlagsquerelen (Auslagerung nach Berlin, GmbH-Gründung, Wiederherstellung des vorigen Zustands 1981) war die Ausweitung der bestimmende Vorgang der späten Siebzigerjahre. Es entstand die Vorfoim des späteren Forum der Krüppel- und Behinderteninitiativen, der Theoriearbeitskreis Alternative Ökonomie, der AK Freire, ein von den Obdachlosen eigenständiger Stadtteil-Bereich sowie der zeitweilige Projektbereich Provinzarbeit, der indes an zii wenigen Personen hing, und in den Achzigerjahren wieder aufgelöst wurde (dem Thema nach, scheint er in den numnehr letzten Jahren in Form der "eigenständigen Regionalentwicklung" eine Wiederauferstehung zu feiern). Die vielfachen weiteren Ausdehnungsversuche übergehe ich hier, da sie zumeist keine dauerhaften Erfolge zeigten. Weiters zu erwähnen ist die Koordinierungsstelle für Wohngemeinschaften (KOST), die gleichfalls im ersten Jahrzehnt ihres Bestehens einen Ausweitungsprozess unterlief: Auch war diese der erste AK SPAK-Projektbereich mit einer eigenständigen Rechtsform.
Die Achzigerjahre brachten ein zunehmendes Desinteresse der (bürgerlichen) Öffentlichkeit an sozialpolitischen Fragen, festgemacht am mißverstandenen Begriff der "Wende" (wiewohl die Anfänge dieser Tendenz bereist in die Schlußjahre der Schmidt-Genscher-Regierung reichten), wie an den Prioritäten der sozialen Bewegungen für Frieden un Ökologie, begleitet von einem kontinuierlichen Verelendungsprozeß: Schon vor dem Fall der Mauer im November 1989 konnten die Berliner Filmemacher Huse und Claasen in "In Deutschland alles nach Plan" diesen minutiös darstellen. Die korrespondierenden Verläufe in der AG SPAK waren alles andere als einheitlich, ließen sich auch nicht ohne weiteres auf einen Nenner bringen. Der Projektbereich Resozialisierung gab Hoffnungen auf eine immanente Reform des Justizvollzugs auf und konstituierte sich als Kriminalpolitischer Arbeitskreis mit einer radikal abolitionistischen Perspektive (zeitweilig mit erheblichem personellen Einfluß in der AG SPAK)."Psychiatrie und Gesellschaft" focussierte zunächst (mit dem Spitzenjahr 1982) auf Beschwerdestellen, nach deren weitgehenden Einbruch auf Betreutes Wohnen, mit immer ausgedehnteren Tagungen 1985-88. Die KOST breitete sich aus, regionalisierte sich, um dann auseinanderzubrechen und ihren EinfluB auf die Großregion Bremen zu begrenzen. Eine Reihe von alten und neuen Projektbereichen sollte zu Ende der Achzigerjahre ebenfalls ihren Einfluß nur noch auf je wenige Regionen bewahrt haben: Obdachlosigkeit (Nordbayern), Armut & Arbeitslosigkeit (Südbayern), Alphabetisierung (Hamburg), Stadtteilarbeit (westliches Ruhrgebiet), Jugendzentren, später Jugend und Gesellschaft (Lüneburger Heide). Die boomenden Projektbereiche des ausgehenden Jahrzehnts waren das Forum der Krüppel- und Behinderteninitiativen und der Theoriearbeitskreis Alternative Ökonomie. Nicht unerwähnt soll bleiben, daß die AG SPAK beim 4. bundesweiten Gesundheitstag 1987 in Kassel erhebliche infrastrukturelle Hilfe leistete - leider genau zu diesem Zeitpunkt, als die Gesundheitsbewegung sich spaltete, und in der Folge in gesellschaftliche Bedeutungslosigkeit absank.
Seit 1988 wurde die AG SPAK von im Zuge der Verelendungstrends eintretenden Finanzkrisen geschüttelt, was ihre weitere Entwicklung zusehends bestimmte. Wiewohl auf der offensichtlichen Ebene derzeit eine Beruhigung eingetreten ist, kann immer noch behauptet werden, daß dieser Zustand für den Verband bestimmend ist. Die Restriktionen der staatlichen, wie die unvorhersehbaren Wechselfälle der grün-nahen Förderung, die naheliegenderweise mangelhafte Attraktivität des Gegenstandsbereiches für Sponsoren, die Vielzahl eher konkurrierender als vernetzter Verbände welche zudem auf Einzelaspekte von Sozialpolitik festgelegt zu sein pflegen, haben dazu geführt, daß in den vergangenen 7 Jahren eher die Bestandssicherung des Verbandes im Vordergrund stand, als die Entfaltung weitertreibender Konzeptionen. Die deutsche Vereinigung brachte im großen und ganzen der AG SPAK dieselben Probleme, wie sie allen jenen Gruppierungen erwachsen sollten, welche nicht die Absicht hatten, die DDR (und später die Neuen Bundesländer) mit vorgefaßten Positionen zu kolonisieren: die unterschiedlichen politischen Kulturen verhinderten zwar keineswegs eine Vielzahl produktiver Kontakte, erschwerten allerdings eine Konsolidierung organisatorischer Strukturen noch mehr als dies im Westen ohnedies schon der Fall gewesen war (zudem der AG SPAK völlig jene finanziellen Anreize fehlten, die zur Motivierung fraglos beigetragen hätten). Schwerpunkte zwischen 1989 und 1995 waren indes: das projektbereichsübergreifende Hervortreten von Kulturarbeit (ein Projektbereich Kulturarbeit scheiterte indes daran, daß, entgegen einem Klischee der Achzigerjahre, die Förderungen für diese noch mehr eingeschränkt worden waren, als für sozialpolitische Aktivitäten); die Ost-West-Aktivitäten; das Aufkommen einer personenstarken Jugendumweltbewegung (die indes, von wenigen Ausnahmen abgesehen, mit "traditioneller" sozialpolitischer Arbeit wenig Verbindung hatte - zu Kulturarbeit, alternativer Ökonomie, wie als strukturelle Nachfolge der Jugendzentrenbewegung allerdings erhebliche Impulse setzte); die Innovation des jährlichen, stark inhaltlich bestimmten Sozialpolitischen Forums, mehrfach in Sozialpolitische Manifeste einmündend; eine erhebliche Vernetzungstätigkeit auf verschiedenen Ebenen, den Themenbereich Armut/Erwerbslosigkeit/Grundsicherung/Sozialhilfe betreffend. In diesen Kontext fällt auch die Gründung der Sozialpolitischen Gesellschaft (SG) 1990: war die AG SPAK, von den konfessionellen SPAK über die Jugendzentren bis zu den Jugendwerkstätten, lokalen Sozialhilfegruppen und alternativen Idealvereinen eher die Domäne informeller oder formalisierter Gruppen, sollte hier die Chance bestehen, daß jede Person, unabhängig von Alter, Beruf, Zeitökonomie sich an Beiträgen und Aktivitäten beteiligte. Zwar hat die SG nach 5 Jahren, und dies auch nur durch Kraftakte Einzelner, einen Mitgliederbestand von ca. 250 erreicht, was mehr ist, als der vieler vergleichbarer Gruppen, doch sind ihre Blütenträume keineswegs gereift: sie kann kaum mehr als Brosamen beitragen, sei es zu sozialpolitischen Diskursen, sei es zur Finanzierung von AG SPAK-Aktivitäten (wie, immerhin, des Sozialpolitischen Forums 1995). ...
(aus der Broschüre 25 Jahre AG SPAK, erschienen 1995)
aus: SPAK FORUM Nr. 21/1983
VERTRETERTAG DER AG SPAK IN FRONHAUSEN
Auf dem diesjährigen Vertretertag der AG SPAK in Fronhausen bei Marburg stellten die einzelnen Projekt- und Arbeitsbereiche ihre einzelnen Jahresberichte vor. Hintersinnig und selbstkritisch dichtete Rolf Schwendter, Mitglied im Bundessprecherkollektiv, ein Lied über die Arbeitsgemeinschaft, das er auf dem Vertretertag zur Trommel vortrug.
Lied von der "Arbeitsgemeinschaft"
Seit der Gründung der AG SPAK haben sich die Arbeitsbereiche; innerhalb derer die AG SPAK initiativ ist, immer wieder in Abhängigkeit der gesellschaftlichen Lage verändert und entwickelt. Heute sind im wesentlichen die nachfolgenden Arbeitsbereiche als die tragenden Säulen der Arbeit der AG SPAK anzusehen:
Jugend & Gesellschaft
Der klassische Arbeitsbereich der AG SPAK ist nach wie vor der Bereich des sozialen Engagements mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Zahlreiche modellhafte Maßnahmen mit Jugendlichen und Tagungen mit engagierten MultiplikatorInnen fanden und finden statt.
Studentisches soziales Engagement
Seit Jahren ist die AG SPAK in dem Bereich studentischen Engagements bewährter Träger für viele von StudentInnen selbst initiierte Seminare und Treffen.
Jugendprojektwerkstätten
Die in den vergangenen Jahren entstandenen Jugendprojektwerkstätten und Jugendumweltzentren haben in der AG SPAK ein partielles Dach und einen Zugang zu sozialpolitischen und gesellschaftspolitischen Fragestellungen gefunden.
Behindertenarbeit
Das unter dem Dach der AG SPAK entstandene bundesweite "Forum der Krüppel- und Behinderteninitiativen" führt seit Jahren engagierte Diskussionen um eine Gleichberechtigung Behinderter und aktiviert Betroffene, sich um ihre eigenen Belange zu kümmern.
Alternative Ökonomie
Als Antwort auf massive Arbeitslosigkeit und unter dem Aspekt der Eigenverantwortung und Selbstbestimmung hat die AG SPAK in einem Theorie-Arbeitskreis Alternative Ökonomie Konzepte und Modelle selbstverwalteten Wirtschaftens entwickelt und entwickelt diese konstant fort.
Armut und Grundsicherung
Die zunehmenden Armut, droht sich auf immer breitere Bevölkerungskreise auszudehnen. Beispielsweise mit der Diskussion um eine soziale Grundsicherung versucht die AG SPAK, Wege und Möglichkeiten aus der Armutsfalle heraus aufzuzeigen. Bündnisse mit Verbänden und Initiativen aus den Bereichen Sozialhilfe, Arbeitslosigkeit und Obdachlose bieten die Möglichkeit zum Austausch und zur Diskussion über Ursachen, Konzepte und Handlungsmöglichkeiten.
"Befreiende Pädagogik"
Aus der lateinamerikanischen Volksbildungsarbeit hervorgegangene Konzepte - eng verbunden mit dem Namen Paulo Freire - können auch für die Bildungsarbeit in Europa von großem Nutzen sein. Der Ansatz der AG SPAK, mit einem eigenen Arbeitskreis "von der Dritten Welt zu lernen", stößt in einer gesellschaftlichen Situation, die zu oft von Ratlosigkeit geprägt ist, auf immer größeres Interesse.
Kriminalpolitik
Dieses Arbeitsfeld ist aus der Resozialisierungsarbeit heraus entstanden, hat sich dann lange als Kriminalpolitischer Arbeitskreis mit dem Abolitionismus beschäftigt und diskutiert aktuell neue Tendenzen in der Kriminalpolitik wie z.B. die Privatisierung des Strafvollzugs.
Psychiatrie und Gesellschaft
"Es ist zum Verrücktwerden..." - in diesem Ausspruch spiegelt sich wieder, wie schnell der Weg in die Psychiatrie führt - und zu oft nicht mehr heraus. Engagierte Personen - Betroffene und Professionelle - treffen sich in diesem Arbeitsbereich dessen inhaltliche Klammer von der Antipsychiatrie bis zur Kulturarbeit mit Psychiatrisierten reicht.
Gemeinwesenarbeit
Im Zuge vieler Obdachlosenprojekte in der AG SPAK haben gemeinwesenorientierte Ansätze eine Möglichkeit zur Problembewältigung aufgezeigt. Die in der Folge gegründeten Landesarbeitsgemeinschaften Soziale Brennpunkte haben hier ihren Ursprung. Die aktuelle Diskussion in diesem Feld ist geprägt durch Themen wie die Politisierung der Betroffenen im Gemeinwesen und die aus den USA stammenden Ansätze der Community Organization.
Über die Grenzen dieser einzelnen Arbeitsbereiche hinweg bat und bietet die AG SPAK fortlaufend die Möglichkeit zu einem "interdisziplinären" Austausch zwischen den Bereichen.













