In Zeiten von Corona tun wir alles um unser Gesundheitssystem am Laufen zu halten. Die Zeitungen und Medien sind voll damit. Wir nehmen Einschränkungen unserer Freiheitsrechte in Kauf, damit das Gesundheitssystem nicht zusammenbricht. Die dort arbeitenden Menschen sind eh schon am Ende.
Das Virus ist vor allem bei Menschen mit Vorerkrankungen tödlich. Und keiner fragt, woher kommen denn eigentlich diese Vorerkrankungen.

Charles Eisenstein, ein ganzheitlicher Philosoph aus den USA hat in seinem Beitrag „The Coronation“ festgehalten, dass unsere Gesellschaft krank machend ist: „Wir als Kollektiv stehen seit langem hilflos einer immer kranker werdenden Gesellschaft gegenüber. Ob es sich um eine Verschlechterung der Gesundheit, eine verfallende Infrastruktur, Depressionen, Selbstmord, Sucht, ökologische Verschlechterung oder Konzentration des Wohlstands handelt, die Symptome des zivilisatorischen Unwohlseins in den Industrieländern sind offensichtlich, aber wir stecken in den Systemen und Mustern fest, die sie verursachen . Jetzt hat Covid uns einen Reset geschenkt.“ („The Coronation“ von Charles Eisenstein,

https://charleseisenstein.org/essays/the-coronation

Auch Dr. Ellis Huber, Vorsitzender des Berufsverbandes Deutscher Präventologen hat in seinem Beitrag "Das Virus, die Menschen und das Leben" diese Problematik festgehalten:
„ Der Sozial- und Umweltmediziner Max von Pettenkofer trank im Jahr 1892 öffentlich eine Flüssigkeit voller Cholerabazillen und blieb gesund. Er wollte zeigen, dass die Lebenswelt der Menschen für die Cholerakrankheit entscheidend sei. Und tatsächlich: Die Infektionskrankheiten wurden nicht durch die Segnungen der Medizin, sondern durch die gesellschaftliche Entwicklung gesunder Lebensverhältnisse besiegt. Pasteur, Virchow, Pettenkofer und Koch, die Helden der naturwissenschaftlichen Medizin, sorgten mit politischer und medizinischer Courage für „saubere Städte“ und gesündere Lebensräume und damit für ein neues Gleichgewicht zwischen Bakterien, Menschen und ihrem Gemeinwesen.

„Das Virus ist nichts, der individuelle Mensch ist alles“, gilt es jetzt zu erkennen. Wir können Glück haben und aus der Coronakrise mit einem Neuen Bewusstsein und einer neuen Beziehungskultur herauskommen. Das Virus spiegelt die Gefahren einer „kontaktreichen Beziehungslosigkeit“ und einer rivalisierenden wie konkurrierenden Konsumwelt von selbstbezogenen und rücksichtslosen Individuen, die das Geld zum einzigen Maßstab und Wert erhoben haben. Corona ist ein Menetekel, eine unheilverkündende Warnung vor einem falschen Weg in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Psychosozialer Stress, Ängste, Einsamkeit oder Ausgrenzung schwächen das individuelle und erst recht auch das soziale Immunsystem. Die junge Wissenschaft der Psychoneuroimmunologie belegt, dass Lebenszufriedenheit, möglichst viel positive Gefühle, gute Beziehungen, das Gefühl von Durchblick, Selbstbestimmung, Lebenssinn und Geborgenheit in der Gemeinschaft das Immunsystem stärkt und unsere Abwehrkraft gegen Viren oder Bakterien verbessert. In der Krise entscheidet sich, ob die Solidarität nach innen und außen die Oberhand gewinnt oder Egoismus und Selbstgerechtigkeit obsiegen. (Dr. Ellis Huber, https://www.urania.de/das-virus-die-menschen-und-das-leben)

Viele Erscheinungen in der aktuellen Krise zeigen auf, dass es in unserer Gesellschaft und in den Menschen sehr wohl Solidarität und Mitgefühl gibt. Die zahlreichen Hilfsangebote sind ein Zeichen, die Ideen für eine mehr regionale Selbstversorgung, die Aktionen der Kunstschaffenden und vieles mehr zeugen davon.

Christian Felber fragt in seinen Vorträgen zur Gemeinwohlökonomie immer wieder nach den Werten, die eine Gemeinschaft gelingen lassen. Diese stehen dann immer wieder im krassen Gegensatz zu den Werten, die unserer Wirtschaft zugrunde gelegt werden. Menschliche Werte – Vertrauensbildung, Ehrlichkeit, Zuhören, Empathie, Wertschätzung, gegenseitige Hilfe, Teilen und Kooperation kontra Werte der Wirtschaft – Gewinnstreben, Konkurrenz, Egoismus, Gier, Geiz, Neid, Rücksichtslosigkeit und Verantwortungslosigkeit. Ich sehe in diesem Widerspruch den größten Grund für die Anfälligkeit der Menschen für Krankheiten.

In diesem Verständnis wird klar, dass es eine grundlegende Änderung unserer Wirtschaftsordnung bedarf. Sie muss auf Kooperation beruhen, eine Koexistenz vielfältiger Unternehmen ermöglichen und den Bedürfnissen der Menschen dienen.

Heute wird uns vorgegaukelt, dass die Wirtschaft dies ja tue. Mit Werbung, Manipulationen und Suggestionen wird unser Ego geimpft, dass wir immer mehr brauchen, immer besser dastehen müssen und dies durch immer mehr materielle Werte ermöglichen können. Dieses Gift müssen wir aus unserem Körpern und Gehirnen herausnehmen.

Eine der (seit Jahrzehnten) wichtigsten Aufgaben ist es das Bewußtsein von uns Menschen zu erweitern, um dies zu erkennen und dem entsprechend zu handeln. Es gilt ein Bewußtsein von sich Selbst zu entwickeln, das auf Verbundenheit mit Menschen, den Tieren, der Natur und dem Universum ruht und sich dadurch dem Materialismus entzieht. Wir müssen uns in den vielen Werten schulen, die ein gelingendes Miteinander ermöglicht.

Das dies in vielen Menschen schlummert behaupte ich seit Jahren und ich fühle mich auch durch meine Beobachtungen in der „Wandelbewegung“, also den vielen kleinen, heute meist unsichtbaren Basisinitiativen für eine Große Transformation, bestätigt.

Dort werden die Grundfeste einer menschlichen Zukunft gebaut. Das begann für unseren westlichen Kulturkreis mit Jesus Christus, seinem Impuls der Liebe und fand einen mächtigen Zwischenschritt in der französischen Revolution mit den Forderungen Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit bis zu den alten und neuen sozialen Bewegungen der heutigen modernen Zeit mit den Zielen Selbstorganisation, Selbstverwaltung und Selbstbestimmung.

Dieter Koschek

 

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